Bald ist wieder Wahlkampf und auf den Mittelsreifen deutscher Städte wird die gewohnte bunte Vielfalt an Wahlplakaten erblühen.

Ich persönlich werde dieses Mal nur Parteien in die engere Wahl aufnehmen, die in ihrem Wahlkampf auf das Aufstellen von Wahlplakaten völlig verzichten.

Unabhängig vom Inhalt des Parteiprogramm betrachte ich den routinemäßigen Einsatz von LowTec im Wahlkampf als peinliches Eingeständnis, die heute zur Verfügung stehenden Möglichkeiten des technologischen Fortschrittes bewusst zu ignorieren:

  • Tausende neuer Polit-Twitter-Feeds
  • Millionen von Spam-Mails mit angehängter multimedialer Powerpoint-Präsentation des Parteprogramms
  • kostenlose Handytarife, wo vor jedem Gespräch die Wahlkampfspots aller Parteien abgespielt werden….

…. all dies ist technologisch machbar, die nötige Infrastruktur vorhanden – und was technisch realisierbar ist, sollte dem Zeitgeist entsprechend auch technisch realisiert werden. Punkt.

Natürlich hat das andere Extrem auch gewisse Vorzüge. Typische Vertreter dieser Gattung:

Ein einfaches simples Wahlplakat, das jede beliebige Werbebotschaft ohne komplizierten technischen Schnickschnack übermittelt.

Zuverlässig, kein Stromverbrauch, einfach hinstellen und – in einem mehr oder weniger ramponierten Zustand – nach der Wahl einfach wieder einsammeln.

Besonders für Parteien, die sich den Wählern und Wählerinnen betont umweltbewusst und resourcenschonend präsentieren möchten, sind Wahlplakate DAS Webemedium par exellence!

Nehmen wir zum Beispiel ein schlichtes Wahlplakat aus recyclebarer hellgrauer Pappe mit einer ebenso schlichten Aufschrift:

“Dieses Wahlplakat ist recyclebar!”

Der Sinngehalt einer solchen Aussagen dürfte zwar noch unter dem der sonstigen Slogans liegen. Aber er hätte den großen Vorteil, das die Partei, die damit wirbt, sich hinterher nicht vorwerfen lassen muss, die Wähler und Wählerinnen des Landes vorsätzlich getäuscht zu haben.

Wäre das nicht ein echter Fortschritt in der politischen Kulturlandschaft?

Möglicherweise sollte ich meine subjektive Ablehnung technologiefreier Wahlkampfmedien doch noch einmal überdenken….

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