Bevor wir uns dem eigentlichen Kernthema zuwenden, zunächst eine Begriffsabgrenzung eines umgangssprachlich großzügig verwendeten Begriffes, für den es in der Wissenschaft (noch) keine eindeutige Definition gibt.

Was genau ist eigentlich eine Weinprobe?

Um es kurz zu zu machen: Weinproben sind das beste Beispiel für den Plaecebo-Effekt und streng wissenschaftlich betrachtet natürlich Humbug.

Wie auch bei ähnlich gelagerten Themen aus dem pseudo-wissenschaftlichen Umfeld (Ufos, Nibiru, Weingeist, Homo-Apathie, Mondlandung) tauchen in den seriösen Foren regelmäßig Esoteriker auf und behauten energisch, dass an der Sache doch was dran ist.

Natürlich ist da was dran!

Aber das Ganze lässt sich sehr einfach und ohne jegliche Bezugsnahme auf pseudowissenschaftliche Modelle erklären.

Es ist ganz einfach:
Im Wein ist Alkohol (Ethanol; Summ-Formel: C2H6O) enthalten, der über eine Kette biochemischer Prozesse im menschlichen Körper angenehme psychopharmakologische Effekte auslöst.

Dazu zählt auch eine Simulation des Sprachzentrum, welche die Probanden zur Generierung sprachlicher Artefakte animiert.

Stichwort: Broca-Areal, Wernicke-Zentrum

(nicht zu verwechseln mit der bei Verschwörungstheoretikern beliebten Broccoli-Area 51 und dem Institut der CDU-Ministerin Petra Wernicke)

Klingt Ihnen das zu abstrakt und möchten Sie jetzt lieber ein konkretes Beispiel für derartige Artefakte?

Kein Problem.

Das folgende Textbeispiel wurde von einem Astronomen nach dem Genuß von 862 ml eines Barolo Riserva Vignolo 2001 verfasst und stellt sich dem nüchternen Beobachter durch eine durch Wunschdenken verklärte Sicht auf das Fachgebiet Astronomie dar.

Rubinlaser-Rot. Verschlossene NASA, etwas Teer. Wirkt nach dem Beschuss härter: Weniger Furcht, dafür eine strahlig-mineralogische Note in der Mitte. Langer, zeitiger Abgesang, was sicher auf die tolle Seife zurückgeht, die Nibiru im Jahr 2012 genoss. Braucht Raum und Zeit.

Neben den vertrauten Schlüsselbegriffen wie astronomische Entfernungsmessung (“Rubinlaser“), gestrichene NASA-Projekte (“verschlossen“) , Kometeneinschlag auf Jupiter (“Beschuss“), Gesteinsproben (“mineralogische Note”) tauchen hier auch emotional besetzte Inhalte auf, die auf optimistische Karriereplanungen („Weniger Furcht”) und imaginierte Katastrophenszenarien (“Niburu”) hindeuten.

Zur Beurteilung der Frage, inwieweit die Berufszugehörigkeit einen Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung von C2H6O-Sprachkonstrukten hat: Einen ähnlichen Text – vermutlich von einem Hobbyforscher verfasst- finden Sie hier:
Wein-Kritik

Zurück zum Thema:

Es wurde in in wissenschaftlichen Foren viel und leidenschaftlich über das Pro und Contra der bemannten Raumfahrt debattiert.

Auch über die Notwendigkeit von und mögliche Alternativen zu Tierversuchen gab und gibt es immer wieder heftige Diskussionen.

Analog dazu schlage ich eine breit angelegte C2H6O-neutrale Debatte über das Pro und Contra der

unbemannten Weinproben

vor.

Meine persönliche Meinung zu diesem umstrittenen Thema:

Ich denke, mit den uns derzeit zur Verfügung stehenden Technologien ist es nicht mehr notwendig, kostspielige und gefährliche Weinproben von Menschen durchführen zu lassen. Moderne Analysegeräte können den Job schneller, besser – und vor allen Dingen – präziser durchführen.

Mittels ausgetüftelter spektroskopischer Untersuchungsmethoden lassen sich alle chemische Elemente und Verbindungen einer Weinprobe zuverlässig nachweisen.

Dazu muß die Probe nicht wie üblich literweise in einen menschlichen Verdauungstrakt eingefüllt werden – ein paar Tropfen Ausgangsmaterial auf einen Probenträger genügen.

Somit haben unbemannte Weinproben schon mal 2 Vorteile:

1.) Der Verbrauch an teueren Versuchsmaterialien kann auf ein Minimum reduziert werden

2.) Die Folgekosten aufgrund der oft zu beobachtenden zahlreichen phamakologischen Nebenwirkungen können minimiert werden:

  • Kein Bußgeld wegen Fahren im Vollrausch
  • Keine Ausgaben für teure Medikamente gegen Spätfolgen (Aspirin)
  • Keine teureren Reparaturen am PKW (Promille-Unfall)
  • Keine ökologischen Schäden an Sträuchern und Bäumen (Abkommen von der Fahrbahn)

Ich hoffe, es ist mir gelungen, mit meinem bescheidenen Plädoyer die Vorzüge der unbemannten Weinprobe etwas hervorheben.

Zum Schluss noch eine eindringliche Warnung:

Dont’ drink and dive!

Das Trinken der Umgebungsflüssigkeit während eines Tauchvorgangs kann unter bestimmten Umständen die Funktionsfähigkeit der Atemorgane massiv beeinträchtigen und die Sauerstoffzufuhr zu lebenswichtigen Organen negativ beeinflussen.

In diesem Sinne

Ihr Blogjoker

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Lieber Leser, liebe Leserin,

heute ist der Tag gekommen, um mutig und entschlossen einem weit verbreiteten Irrglauben entgegenzutreten.

Das Thema meines akutellen Blogbeitrags lautet:

Ist es wissenschaftlich erwiesen, dass Produkte aus Bioläden tatsächlich gesünder und ökologisch unbedenklicher als solche aus herkömmlichen Läden sind?

Stopp! Falsche Frage!

Der eigentliche Reiz eines Bio-Ladens liegt nicht im Produktangebot, sondern im gehobenen Unterhaltungswert.

Ich werde das gerne etwas näher erläutern.

Wenn ich nach Feierabend Zeit habe und abends noch einen Bio-Laden finde, der nicht Bio-familienfreundlich pünktlich um 18:00 Uhr schließt, dann gehe da rein!

Einfach so!

Bei vielen Bioläden kostet der Eintritt nichts und die ganz exclusiven Bioläden mit Türsteher sind heutzutage glücklicherweise noch die Ausnahme.

Also: Volle Konzentration, ein kurzer Bilck hoch zum Himmel und dann rein!

Vorher programmiere ich mir aber mein in China umweltfreundlich produziertes Handy, so dass es wenig später im richtigen Moment mit voller Lautstärke einen Bio-Klingelton abgibt.

Dann tue ich so, als würde ich ein Gespräch annehmen. Wichtig: Laut und deutlich sprechen!

„Ja bitte??….bin noch unterwegs..Ja…Ja,ja.. die neuen Versuchs-Schimpansen sind gestern angekommen …….die Micro-Sender für das Stammhirn auch?….Super!.. Aber vor dem Einpflanzen schön ordentlich desinfizieren!….was – ausgegangen?….Perish or publish!!! Deadline ist übernächste Woche!!!!….wie, Lieferzeiten? ….dann eben ohne, das geht auch ohne Betäubung……die zucken rum? Fixierbänder sind im großen Schrank hinten rechts!…Ohropax in der Schublade, ich glaub die mittlere…….was, auch nix mehr da?…na, dann stell doch einfach die Anlage lauter!….die Metallica-CD liegt noch drin……Nein! Nein! Gun s & Roses ist doch für die Kontrollgruppe! ja…gut…ok……bis später dann…und sag der Putzfrau Bescheid…keine Lust meine neuen Slipper zu versauen, Krokodilsleder ist schweineteuer!…ja, bis morgen…tschööh!“

Ich beende das Telefonat, dann frage ich die Verkäuferin, ob sie auch Fingernagelcreme ohne Tierversuche im Angebot haben.

Jetzt ist der Moment für den Schnappschuss des Monats gekommen!
Vorher schalte ich meine Handy-Cam in den Blitzmodus und stelle 3 Blendenstufen Überbelichtung ein.

Portraitaufnahmen ohne diesen alles überstrahlenden Gesichtsausdruck haben oft so etwas schrecklich Negatives an sich – finden Sie nicht auch?