Telefon-Hotlines


Also ehrlich gesagt …

…. manchmal verblüfft es mich schon ein wenig, wenn in naturwissenschaftlichen Blogs kulturspezifische Phänomene immer nur vom rein physikalischen Standpunkt aus analysiert werden.

Oft hilft ein Blick über die Fachgrenzen hinweg, um die Bedeutung eines Phänomens vollständig zu begreifen.

Nehmen wir zum Beispiel den folgenden Video-Beitrag, der den typischen Ablauf einer sogenannten „esoterischen Beratung“ aufzeigt.

Achtung: Eso-TV !

Fertig angeguckt?

Alles ok bei Ihnen?

Fein.

Für Naturwissenschaftler ist das natürlich starker Tobak und der Sinngehalt dieser Sendungen wird deshalb auch mit viel Spott und Häme Engagement und konzentrierten Fachwissen kritisiert.

Aber gerade dieses Videomaterial zeigt doch auch, dass unser Schicksal nicht von den Sternen oder zufällig gezogenen Karten, sondern in weit größerem Umfang von den Interessen der Nahrungsmittelindustrie kontrolliert wird.

Somit müssen sozio-ökonomische Interdependenzen unter der Berücksichtigung psycho-physiologischer Zusammenhänge ebenfalls untersucht werden.

Stichwort: Bulemie

Was gibt es Besseres für den Quartals-Umsatz, als Legionen von Lebensmittelkonsumenten, die neben ihren Fernseher einen riesigen Kühlschrank mit Nahrungsmittelvorräten aufgestellt haben und sich während der Eso-TV-Sendung pfundweise Sahnetörtchen, Pizza (bitte vorher erwärmen) und Eiscreme reinziehen?

Dieses für Lebensmittelproduzenten ökonomisch vorteilhafte Phänomen läßt sich rein naturwissenschaftlich erklären:

Streng physikalisch betrachtet, ist das Volumen im Magen nämlich nicht unendlich – zumindest innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Dies gilt auch dann, wenn man das durch astronomische Beobachtungen gut gestützte Standardmodell eines expandierenden Universum zugrunde legt.

Irgendwann im Verlauf einer Fressattacke ist der Magen gefüllt. Genau dann, wenn die Mollikühle der einzelnen Nahrungsbestandteile im Magen so eng zusammengerückt sind, dass die Abstossungskräfte der zugehörigen Elektronenhüllen unüberwindbar werden.

Genau an diesem Punkt kommt „Esoterik-TV“ ins Spiel:

Nach Einstellen des Senders werden raffinierte aufeinander abgestimmte Licht- und Schallmuster erzeugt, die in der Wechselwirkung mit den Sinnesorganen (Auge, Ohr) bei entsprechend sensibilisierten Personen den sogenannten „Brechreflex“ auslösen können.

Vorteil: Der Magen wird ohne chemische Hilfsstoffe auf sanfte natürliche Weise entleert und ist nach einer kurzen Erholungsphase bereit für weitere Nahrungsmittelzufuhr.

Nachteil: Diese Prozedur wird in einigen Kulturkreisen als im höchsten Maße ekelhaft unästhetisch empfunden.

Sie halten das alles für wilde Spekulation?

Dann achten Sie doch beim nächsten Mal darauf, wer sich am Apparat meldet, nachdem Sie eine der in Esoterik-TV eingeblendeten Telefon-Nummern gewählt haben.

Und wundern Sie sich nicht, wenn Sie anstelle der netten Esoterik-Beraterin die Bestellannahme eines Pizza- oder Speiseeis-Lieferservice an der Strippe haben.

Das alles hat nichts mit dem „Wink des Schicksals“, „psychokinetischen Strahlen“ oder gar Teleblödie zu tun – es gibt für alles eine einfache ökonomische und naturwissenschaftliche Erklärung.

Noch ein letzter Tipp:

Beim Betrachten der Esoterik-TV-Sendungen den Oberkörper stets leicht nach vorne beugen.

Mit freundlichen Grüßen
blogjoker

P.S.:
Haben Sie sich nicht auch schon häufig gefragt, warum sich in großen Warenhäusern die Abteilung für Unterhaltungselektronik und der Lebensmittelmarkt nie auf der gleichen Etage befinden? Die Notwendigkeit für diese organisatorische Vorsichtsmaßnahme sollte Ihnen nach Lektüre meines Beitrags eigentlich einleuchten.

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In unserer Reihe „Wissenschaft und Forschung mit hohem Fun-Faktor“ widmen wir uns heute einem Thema, dass Wissenschaftsjournalisten ein freudiges Kribbeln in den Fingern beschert und die Besucherzahlen ihrer Blogs in ungeahnte Höhen treibt:

Es geht um „Die Klimakatastrophe“.

Das Thema ist sehr komplex und wird kontrovers diskutiert, also gehen wir es mal etwas langsamer an.

Nachts ist es dunkler als tagsüber.

Was wie eine Binsenweisheit klingt, ist ökologisch betrachtet eine Katastrophe globalen Ausmaßes. Denn die fehlende Helligkeit muß nach Einbruch der Dämmerung mit künstlichen Leuchtkörpern ausgeglichen werden.

Das kostet Energie!

Als Ursache für die nächtliche Dunkelheit trotz der immensen Anzahl von Sternen im Universum haben Astronomen zwar mehrere Faktoren herauskristallisiert (u.a. Olbers Paradoxon), aber eine praktikable und politisch durchsetzbare Strategie im Kampf gegen den unter Klimaschützern gefürchteten P.R.V.-Effekt (periodische regionale Verdunkelung) wurde dabei noch nicht gefunden.

Dabei liegt die Lösung auf der Hand.

Eine ganz elegante Möglichkeit um den Himmel nachts etwas aufzuhellen besteht darin, einfach die freigesetzte Energie (Strahlungsintensität) beim sterntypischen Wasserstoffbrennen [1] zu erhöhen.

In der Umgangssprache ausgedrückt: den nuklearen Thermostaten etwas weiter aufzudrehen.

Dazu müsste man nur das von der Bevölkerung akzeptierte Tempolimit für Licht von ca. 300.000 km/sec kritisch überdenken, sich gemeinsam an einen runden Tisch setzen und ganz undogmatisch über einen höheren Wert diskutieren.

Eine EU-weite Gesetzesnovelle zur Anhebung der Lichtgeschwindigkeit aus Gründen des Klimaschutzes ist, sofern der notwendige politische Wille vorhanden ist, durchaus machbar. Auch bei unserem transatlantischen Kollegen, wo nach 8 Jahren endlich wieder eine Lichtgestalt das Waisenhaus und die Augen der Menschheit mit Glanz erfüllt, dürfte der Vorschlag auf Zustimmung stoßen.

Der Vorteil: In Einsteins bekannter Formel E = m * c² würde die Verdoppelung der Lichtgeschwindigkeit aufgrund des quadratischen Ausdrucks die 4-fache Energieausbeute bewirken! Eine klassische Win²-Situation.

Angenehmer Nebeneffekt: Wie Sie sicher aus dem Physikunterricht wissen, breitet sich nicht nur das sichtbare Licht, sondern jedes elektromagnetische Signal mit annähernd Lichtgeschwindigkeit aus. Also profitieren besonders die Vieltelefonierer von einer Neuregelung. Durch die schnellere Signalübertragung kann Zeit und Geld gespart werden.

Darüber freuen sich neben Astronauten (gute Pingwerte bei Online-Ballerspielen mit der Bodenstation) auch die vielen terrestrischen Vieltelefonierer.

Zum Beispiel dann, wenn man oder frau über eine esoterische Telefon-Hotline ein kleines Schwätzchen mit den netten Erzengeln auf NGC 2023 oder anderen Lichtjahre weit aufgestiegenen Meistern halten möchte.

Diesen ganzen sogenannten esoterischen Hotlines wird ja häufig vorgeworfen, dass die kontaktvermittelnden Mitarbeiter die Gespräche unnötig in die Länge ziehen um damit die Gebühreneinnahmen in die Höhe zu treiben.

Um es einmal in aller Klarheit zu sagen: das ist hanebüchener Unsinn, der meistens von bildungsfernen Esoterik-Kritikern aus dem Umfeld der GWUP verzapft wird. Diese Leute gehen einfach davon aus, dass man bzw. frau sich mit einem Lichtjahre entfernten Geistwesen quasi in Echtzeit unterhalten kann! Das ist physikalisch aber völlig unmöglich!

Nein, der einzige Grund dafür, warum derartigen Dienstleistungen von Skeptikern ein katastrophales Kosten-Nutzenverhältnis attestiert wird, liegt in der viel zu niedrigen Lichtgeschwindigkeit und den daraus resultierenden langen Wartezeiten zwischen Frage und Antwort.

Nebenbei bemerkt: Genau aus diesem Grund sind moderne Handys massiv mit Gimmicks überfrachtet. Der Benutzer wird während des Telefonats mit irgendwas beschäftigt und läuft nicht Gefahr, während einer längeren Gesprächspause (Signallaufzeit > 1h) in den Sleep-Modus zu wechseln.

Unbestätigten Gerüchten zufolge werden die kommenden Modelle von Nokia und Apple’s iPhone gegen moderaten Aufpreis mit einer Applikation ausgeliefert, die selbstständig auf kritische Frequenzmuster reagiert. Im Notfall kann dann wahlweise

  • ein Alarmsignal ausgelöst (leichtes Schnarchen)
  • das Gespräch beendet (heftiges Schnarchen) oder
  • ein Notruf abgesetzt (bei Atemstillstand)

werden.

Nach diesen Abstecher zu den physiologischen Grundlagen aktueller und zukünftiger Trends in der Telekommunikationsbranche zurück zum Thema:

Die Erhöhung der Lichtgeschwindigkeit – wie packen wir’s an?

Natürlich würde die Änderung einer universellen Konstante einen nicht unerheblichen Eingriff in den Schöpfungsakt bedeuten. Die Vorbereitung der entsprechenden Gesetzesvorlagen sollte man daher nicht Physikern oder Atheisten im Alleingang überlassen.

Bei den Verhandlungen über eine Novellierung der Lichtgeschwindigkeit unter Berücksichtigung energiepolitischer Aspekte empfiehlt es sich, zusätzlich

  • 4 oder 5 spirituelle Marketingprofis
  • kompetente Zukunfstforscher (z.B. Experten von Quatschi Co.KG)
  • eine Bootsladung hochmotorisierter Greenpeace-Aktivisten
  • ein Rudel ausgeschlafener Harvard-Rechtsanwälte (Fachgebiet: kosmisches Lizenzrecht)
  • Richard Dawkins und James Randi (als unabhängige Gutachter)

mit an Bord zu nehmen.

Alle entscheidenden Klauseln müssen absolut wasserdicht ausformuliert sein. Schon Albert Einstein wußte, dass bei einem souveränen Vertragspartner wie dem obersten Wesen nichts dem Zufall („Der Alte würfelt nicht!“) überlassen werden darf.

mit freundlichem Grinsen

Ihr webjoker

[1] Das Thema „woher stammt die Energie unserer Sonne?“ wird in einem anderen Beitrag noch ausführlich erklärt.

Email ist wirklich eine praktische Sache. Vorbei sind die Zeiten, wo man/frau nach Feierabend und am Wochenende durch Supermärkte und Warenhäuser hetzen musste, um in mühseliger Detektivarbeit herauszufinden, von welchen Produkten und Dienstleistungen man besser Abstand nehmen sollte.

Heute kommen diese Tipps gratis übers Internet auf den heimischen PC geflattert. Einige nennen es abschätzig „spam“, aber gelegentlich sind auch echte literarische Schätze darunter.

Einen davon habe ich heute erhalten: [1]

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